Ich bekomme regelmäßig Anfragen, die alle ähnlich klingen. Vor zwei oder drei Jahren hat jemand eine Webseite über einen Baukasten zusammengeklickt, oder ein Bekannter hat sie für ein paar hundert Euro gebaut. Damals fühlte sich das richtig an. Inzwischen kommen keine Anfragen über die Seite, das Ranking bei Google ist verschwunden, der Anbieter erreichbar nur per Mail mit Tagen Verzögerung, und auf dem Smartphone sieht alles aus wie aus einer anderen Zeit. Die Frage lautet dann meistens: Kannst du das reparieren?
Die ehrliche Antwort ist in vielen Fällen: Reparieren lohnt sich nicht. Wir bauen neu. Und genau hier zeigt sich, warum die günstige Lösung am Anfang die teurere Lösung am Ende ist.
Die Rechnung am ersten Tag und die Rechnung nach zwei Jahren
Wer eine Webseite für 500 Euro bekommt, denkt zuerst, er hätte ein gutes Geschäft gemacht. Das stimmt auch, solange man nur den ersten Beleg betrachtet. Die eigentliche Rechnung kommt später und sie kommt in Raten. Sie besteht aus Nachbesserungen, aus verlorenen Anfragen, aus Wartungsaufwand, aus einem Markenauftritt, der das eigene Geschäft nach unten zieht, und am Ende fast immer aus den Kosten für einen kompletten Neubau.
Ich rechne das gerne konkret durch. Angenommen, eine günstige Seite kostet 500 Euro im Bau und 20 Euro im Monat. Über zwei Jahre sind das rund 980 Euro. Klingt fair. Wenn diese Seite aber zehn ernsthafte Anfragen pro Jahr nicht bringt, weil sie auf dem Smartphone unbedienbar ist, weil Google sie nicht findet oder weil sie schlicht keinen Eindruck macht, und jede Anfrage im Durchschnitt einen Auftrag von 2.000 Euro bedeuten würde, dann reden wir nicht mehr über 980 Euro, sondern über 40.000 Euro entgangene Umsätze. Bei Dienstleistern mit höheren Auftragswerten wird die Zahl noch größer.
Versteckte Folgekosten, an die niemand zuerst denkt
Eine günstige Webseite ist selten fertig. Sie ist ein Rohbau, der mit der Zeit immer wieder Geld kostet, ohne dass jemand das wirklich plant. Texte müssen nachträglich überarbeitet werden, weil sie aus einer Vorlage stammen. Bilder funktionieren auf dem Smartphone nicht. Das Kontaktformular landet im Spam-Ordner. Die Datenschutzerklärung ist veraltet. Plötzlich braucht es einen Cookie-Banner, dann eine englische Version, dann eine zusätzliche Unterseite. Jede dieser kleinen Reparaturen kostet eine Stunde Aufwand, oft zwei, und wer den Anbieter nicht mehr erreicht, fängt von vorne an.
Dazu kommt das, was niemand auf der Rechnung sieht: fehlende Suchmaschinenoptimierung. Eine günstige Webseite ist technisch fast nie so aufgebaut, dass Google sie ernst nimmt. Die Ladezeit ist zu hoch, die Struktur unsauber, die Überschriften beliebig gesetzt. Das Ergebnis ist eine Seite, die zwar existiert, aber gefühlt unsichtbar bleibt. Man bezahlt für etwas, das niemand findet.
Der Baukasten-Effekt: Du baust nicht auf eigenem Grund
Wer mit einem klassischen Baukasten arbeitet, hat noch ein zusätzliches Problem. Die Webseite gehört einem nicht wirklich. Man mietet eine Wohnung in einem fremden Haus. Solange alles gut läuft, ist das in Ordnung. Wenn der Anbieter Preise erhöht, Funktionen streicht oder das System ändert, hat man keine Wahl. Ein Umzug zu einer anderen Lösung ist meistens nicht möglich, weil Inhalte, Struktur und Code in einem geschlossenen System stecken.
Dasselbe gilt für günstige Freelancer-Projekte, die mit zusammengekauften Vorlagen und Plugins gebaut wurden. Auf dem Papier sieht das nach Flexibilität aus. In der Praxis ist die Seite ein Stapel fremder Bausteine, die niemand mehr im Detail versteht, sobald der ursprüngliche Entwickler weg ist. Erweiterungen werden teuer, weil jeder Eingriff erst eine Analyse braucht.
Der Markenschaden, den man nicht direkt sieht
Eine Webseite ist die erste Begegnung zwischen einem möglichen Kunden und dem Unternehmen. Wer Beratungsleistungen für mehrere tausend Euro verkauft, kann sich keine Webseite leisten, die nach einem schnellen Vorlagen-Klick aussieht. Der potenzielle Kunde sagt das nicht offen, aber er denkt es. Er macht das Fenster zu und sucht weiter. Genauso schwierig wird es, wenn die Preispositionierung im Premium-Bereich liegt, die Webseite aber den Eindruck vermittelt, dass man bei der eigenen Außendarstellung an jeder Ecke gespart hat.
Vertrauen entsteht in den ersten Sekunden. Schlechte Typografie, langsame Ladezeiten, ein Hero-Bild aus einer Standardgalerie, ein Layout, das auf dem Smartphone bricht: All das kostet nicht direkt Geld, aber es kostet Aufträge, die nie zustande kommen, weil der Eindruck schon nach drei Sekunden weg ist.
Warum die Reparatur oft teurer ist als der Neubau
Wenn jemand mit einer kaputten oder veralteten Webseite zu mir kommt, prüfe ich zuerst, ob sich die bestehende Seite überhaupt retten lässt. In etwa zwei von drei Fällen ist die ehrliche Antwort: Nein. Der Aufwand, eine schlecht gebaute Seite auseinanderzunehmen, sauber neu zu strukturieren und gleichzeitig in der bestehenden Logik weiterzuarbeiten, ist meistens größer als ein sauberer Neubau. Dazu kommt, dass die bestehende Seite oft nicht das eigentliche Problem ist. Sie ist nur das Symptom. Das Problem liegt in der Strategie, die nie stattgefunden hat.
Eine günstige Webseite überspringt die Strategie. Niemand fragt, für wen die Seite gebaut wird, was sie auslösen soll, welche Zielgruppe sie anspricht, welcher nächste Schritt am Ende stehen soll. Das Ergebnis ist eine Seite, die hübsch aussehen kann, aber nichts erreicht. Wer eine bestehende Seite reparieren will, müsste diese Strategie nachträglich einbauen. Das funktioniert selten, weil Struktur, Texte und Aufbau dann nicht mehr zusammenpassen.
Was eine richtige Investition wirklich leisten muss
Eine Webseite, die ihren Preis wert ist, beginnt nicht mit dem Design. Sie beginnt mit der Frage, was sie für das Geschäft konkret tun soll. Mehr Anfragen, andere Anfragen, bessere Anfragen, ein klarerer Eindruck, weniger Erklärungsbedarf im Erstgespräch. Aus dieser Antwort folgt alles andere: die Struktur der Seite, die Reihenfolge der Inhalte, der Aufbau der einzelnen Abschnitte, der Stil, die Texte.
Dann kommt die saubere technische Umsetzung. Eine Webseite muss schnell laden, auf jedem Gerät gut bedienbar sein, datenschutzkonform funktionieren und so aufgebaut sein, dass Google sie versteht. Das ist kein Bonus, sondern die Grundvoraussetzung. Eine Seite, die diese Punkte nicht erfüllt, ist keine günstige Webseite. Sie ist eine teure Webseite, die nur am Anfang günstig aussieht.
Und schließlich braucht eine ernsthafte Webseite langfristige Begleitung. Inhalte ändern sich, gesetzliche Anforderungen ändern sich, das Geschäft entwickelt sich weiter. Wer beim Launch alleine gelassen wird, sammelt im stillen Jahre lang technische Schulden an, bis die Seite wieder dort ist, wo sie schon einmal war: am Ende ihrer Lebenszeit, früher als nötig.
Wann eine günstige Lösung trotzdem die richtige Wahl ist
Ich bin nicht der Meinung, dass jede Webseite ein großes Projekt sein muss. Wer gerade erst startet, sein Geschäftsmodell noch testet oder nur eine einfache Visitenkarte im Netz braucht, ist mit einer schlanken Lösung oft besser bedient als mit einer großen Investition. Es geht nicht darum, dass günstig grundsätzlich falsch ist. Es geht darum, dass günstig zur Situation passen muss. Wer eine Webseite als zentralen Kanal für Anfragen, Aufträge und Markenwahrnehmung nutzt, verliert mit einer Billiglösung am Ende mehr Geld, als er am Anfang gespart hat.
Kurz und ehrlich
Eine Webseite ist keine Ausgabe, die man einmal abhakt. Sie ist ein Werkzeug, das jeden Tag arbeitet oder eben nicht arbeitet. Die Frage ist nicht, was sie am Anfang kostet, sondern was sie nach zwei Jahren im Plus oder im Minus eingebracht hat. Wer diese Rechnung ehrlich macht, entscheidet meistens anders als am Anfang gedacht.
Wenn du gerade überlegst, ob deine bestehende Seite noch trägt oder ob ein Neubau sinnvoller ist, lass uns in einem Erstgespräch in Ruhe darüber reden. Ich schaue mir die Situation an, gebe eine ehrliche Einschätzung und sage dir auch, wenn ich glaube, dass dein aktueller Stand reicht. Du findest die Möglichkeit zum Gespräch direkt auf max-dreyer.com.








