Eine Webseite selber bauen klingt erst einmal nach einer klugen Sparmaßnahme. Tools wie Wix, Squarespace, Webflow oder WordPress-Baukästen versprechen genau das: eine eigene Webseite erstellen, ohne einen Entwickler zu bezahlen. In der Werbung wirkt das so, als wäre die Seite an einem Wochenende fertig. In der Praxis sieht die Rechnung meistens anders aus, und sie wird oft erst nach Wochen gestellt.
Ich begleite seit Jahren Selbstständige und kleine Unternehmen, die mit dem Selbstbau angefangen und dann doch professionell neu gebaut haben. Aus diesen Projekten kommt die folgende ehrliche Rechnung. Sie soll dir helfen, vor der Entscheidung klarer zu sehen, ob du deine Webseite selbst machen oder besser bauen lassen solltest.
Was der Selbstbau wirklich kostet
Der größte Posten beim Selbstbau ist nie das Tool, sondern deine Zeit. Eine ordentliche Selbstständigen-Webseite mit fünf bis acht Unterseiten, sauberen Texten, passenden Bildern und einer durchdachten Struktur braucht realistisch zwischen 40 und 120 Stunden. Darin enthalten ist die Lernkurve mit dem Tool, das Konzept, das Schreiben der Texte, die Bildauswahl, der eigentliche Aufbau, das Testen auf verschiedenen Geräten und die Korrekturschleifen, die immer kommen.
Jetzt kommt die Rechnung, die viele übersehen. Wenn du als Berater, Coach oder Dienstleister 100 Euro pro Stunde verdienst und 80 Stunden in deine eigene Webseite steckst, sind das 8.000 Euro an Opportunitätskosten. Du hast in dieser Zeit keine Kunden beraten, keine Projekte abgerechnet und keinen Umsatz gemacht. Dafür hast du eine Webseite, die mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger Anfragen bringt als eine professionelle Umsetzung. Wie sich diese Kosten im Detail aufschlüsseln, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Wie viel kostet eine professionelle Webseite wirklich.
Dazu kommen die laufenden Tool-Kosten von 15 bis 50 Euro im Monat, die dauerhaft anfallen, sowie versteckte Posten, die im ersten Moment niemand auf dem Schirm hat. Stockfotos kosten Geld, ein Premium-Template ebenso, Plugins und Erweiterungen ebenfalls. Wer seine Texte nicht selbst schreiben kann oder will, holt sich einen Texter dazu. Wer ein eigenes Logo braucht, beauftragt einen Designer. Wie sich solche scheinbar günstigen Lösungen am Ende oft teuer rechnen, zeige ich im Beitrag Warum günstige Webseiten am Ende mehr kosten.
Was beim Selbstbau fast immer schiefgeht
Ein Webseite Baukasten nimmt dir das Bauen ab, aber er nimmt dir nicht das Denken ab. Genau hier liegt das eigentliche Problem. In den allermeisten selbstgebauten Projekten, die ich später ablöse, wurde die Strategie übersprungen. Niemand hat sich vorher hingesetzt und beantwortet, welches Ziel die Seite hat, für welche Zielgruppe sie wirklich gebaut wird und welcher konkrete nächste Schritt nach dem Besuch passieren soll.
Das zweite Muster sind die Texte. Wer selbst schreibt, schreibt fast automatisch über sich selbst. Über die eigene Geschichte, die eigenen Werte, die eigene Methode. Was fehlt, ist der Blick auf den Kunden. Was beschäftigt ihn, welches Problem hat er, warum soll er gerade hier weiterklicken. Diese Verschiebung der Perspektive ist nicht trivial, und sie macht den Unterschied zwischen einer Webseite, die nett aussieht, und einer, die Anfragen bringt.
Dazu kommen die technischen Themen, die kaum ein Selbstbauer sauber löst. SEO-Grundlagen wie Seitenstruktur, sprechende URLs, korrekte Überschriften und eine vernünftige interne Verlinkung werden meist vergessen. Ladezeiten leiden unter überdimensionierten Bildern. Mobile Darstellung funktioniert auf dem eigenen Handy, aber nicht auf den hundert anderen Geräten da draußen. Und das Thema Datenschutz, also DSGVO-konforme Einbindung von Schriften, Karten, Analytics oder Formularen, wird im Selbstbau fast nie sauber gelöst.
Designqualität bleibt im Selbstbau in den allermeisten Fällen auf Vorlagen-Niveau. Das ist nicht schlimm, wenn du ein Hobbyprojekt baust. Wenn du dich aber als Premium-Anbieter positionieren willst und 1.500 Euro Tagessatz aufrufst, kostet eine Vorlagen-Optik genau diese Positionierung. Kunden spüren das, ohne es benennen zu können.
Wann der Selbstbau trotzdem richtig ist
Es gibt Situationen, in denen ich Kunden aktiv vom Beauftragen abrate und ihnen empfehle, erst einmal selbst zu bauen. Das ist immer dann der Fall, wenn die Geschäftsidee noch sehr neu ist und sich ihre Form in den nächsten Monaten noch deutlich verändern wird. Eine professionelle Webseite für ein Angebot zu bauen, das es in dieser Form in einem halben Jahr vielleicht nicht mehr gibt, ist keine gute Investition.
Auch bei einem sehr kleinen Budget unter etwa 1.000 Euro gibt es keinen sinnvollen Weg, eine ordentliche Beauftragung zu rechtfertigen. Dann ist der Selbstbau die ehrliche Wahl, oft kombiniert mit einer schlichten Visitenkartenseite als bewusster Übergang für sechs bis zwölf Monate. Das gilt ebenso für reine Hobby- oder Lifestyle-Projekte ohne Umsatzfunktion. Wer kein Geld mit der Seite verdienen will, muss auch kein Geld für sie ausgeben.
Was eine professionelle Umsetzung wirklich anders macht
Wenn du deine Webseite bauen lassen willst, bekommst du in einer guten Zusammenarbeit etwas, das ein Baukasten nicht liefern kann. Den Anfang macht die Strategie. Bevor das erste Pixel gesetzt wird, klären wir, was die Seite tun soll, für wen sie gebaut wird und wie man am Ende messen kann, ob sie funktioniert. Diese Klarheit allein verändert das Ergebnis grundlegend.
Dazu kommt die saubere technische Basis. SEO ist von Anfang an mitgedacht, die Ladezeiten sind im Blick, der Datenschutz ist sauber gelöst, und die Seite ist so gebaut, dass du oder ich sie auch in zwei Jahren noch gut pflegen können. Ein externer Blick auf dein Geschäft ist ein Wert für sich. Ich höre, was Kunden hören, nicht was du ihnen sagen willst. Diese Verschiebung der Perspektive ist im Selbstbau praktisch unmöglich, weil du zu nah am eigenen Thema bist.
Der vielleicht wichtigste Punkt ist die Zeit, die du zurückbekommst. Während ich baue, machst du das, was du am besten kannst. Du berätst, verkaufst, lieferst. Genau die Tätigkeit, die deinen Stundensatz rechtfertigt. Senior-Erfahrung bei Strukturfragen verhindert dabei Umwege, die im Selbstbau richtig teuer werden können, weil man sie erst nach Monaten bemerkt.
Die Mischform ist oft die ehrlichste Antwort
In vielen Projekten, die ich begleite, ist die beste Lösung nicht ganz selbst und nicht ganz beauftragt. Eigenleistung bei Texten, Bildern und inhaltlicher Vorbereitung kombiniert mit professioneller Strategie und Umsetzung beim eigentlichen Aufbau senkt die Rechnung oft um zwanzig bis vierzig Prozent, ohne die Qualität zu opfern. Du sparst echtes Geld, ich spare echte Stunden, und das Ergebnis ist trotzdem auf dem Niveau, das eine Premium-Positionierung verlangt.
Voraussetzung ist, dass du gut schreiben kannst oder zumindest Zeit und Lust hast, dich in deine eigenen Texte zu setzen. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Mischform die falsche Wahl. Dann ist es ehrlicher, die Texte mit zu vergeben und sich auf das eigene Geschäft zu konzentrieren.
Eine konkrete ROI-Rechnung
Damit die Zahlen greifbar werden, rechne ich dir ein typisches Beispiel vor. Selbstbau einer Selbstständigen-Webseite: 80 Stunden eigene Arbeit, dazu 1.500 Euro für Tools, Stockfotos, Template und Plugins. Bei einem realistischen Stundensatz von 100 Euro landest du bei rund 9.500 Euro an echten Kosten, die meisten davon unsichtbar, weil sie nicht überwiesen werden, sondern in nicht abgerechneter Arbeitszeit verschwinden. Das Ergebnis ist eine mittlere Conversion-Qualität, also eine Seite, die Besucher hat, aber wenige davon zu Anfragen macht.
Professionelle Beauftragung im selben Segment: Zwischen 5.000 und 8.000 Euro, sichtbar auf der Rechnung, deutlich höhere Conversion-Qualität, freie Zeit für das eigene Geschäft. Wenn diese Seite Zehn zusätzliche Kunden pro Jahr bringt, was bei einer ordentlichen Positionierung realistisch ist, ist sie nach wenigen Monaten im Plus. Bei höheren Auftragswerten geht das noch schneller.
Wann du dich für was entscheiden solltest
Nicht jeder muss eine Webseite bauen lassen. Aber wer mit seiner Webseite Geld verdienen will, sollte ehrlich rechnen, bevor er sich wochenlang ans Tool fesselt. Die Frage ist nicht, ob du es technisch hinbekommst. Mit genug Zeit bekommt das fast jeder hin. Die Frage ist, ob diese Zeit dort gut investiert ist oder ob sie an anderer Stelle das Mehrfache wert wäre.
Wenn du gerade vor genau dieser Entscheidung stehst, lass uns ruhig sprechen. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation, dein Budget und deine Zeit. Am Ende bekommst du eine ehrliche Einschätzung, ob in deinem Fall Selbstbau, Mischform oder Beauftragung am besten passt. Wenn ich dir vom Beauftragen abrate, sage ich das genauso klar wie das Gegenteil. Termine findest du direkt auf max-dreyer.com.


