Wenn ich mir Kanzlei-Webseiten anschaue, fällt mir fast immer dasselbe Muster auf. Entweder wirken sie wie aus dem Jahr 2010, mit dunkelblauen Farbverläufen und Stockfotos von Justitia. Oder sie wirken so modern und verspielt, dass das Vertrauen verloren geht. Beides funktioniert nicht.
Warum diese Branche besonders ist
Anwälte und Steuerberater bewegen sich in einem stark regulierten Berufsfeld. Die Berufsordnung gibt enge Werberichtlinien vor. Gleichzeitig ist die Vertrauenshürde in dieser Branche höher als in fast jeder anderen. Mandanten teilen sehr persönliche Dinge. Mandate sind hochpreisig.
Was eine moderne Kanzlei-Webseite leisten muss
Seriös wirken, ohne langweilig zu sein. Klar positioniert sein. Die Personen hinter der Kanzlei sichtbar machen. Berufsrechtlich sauber sein. Einen niedrigschwelligen Weg zum Erstkontakt bieten.
Die sechs Bausteine einer guten Kanzlei-Webseite
Der erste Baustein ist die klare Spezialisierung. Eine Kanzlei, die auf ihrer Startseite fünfzehn Rechtsgebiete auflistet, wirkt austauschbar. Der zweite Baustein sind die Personen hinter der Kanzlei. Echte Fotos, kurzer Lebenslauf, Zulassungen. Der dritte Baustein sind wirkungsstarke Texte ohne Juristendeutsch. Der vierte Baustein sind Vertrauenssignale: Mitgliedschaften, Veröffentlichungen, Vorträge. Mehr dazu in Was Besucher auf einer Webseite überzeugt. Der fünfte Baustein ist der klare Kontaktweg. Der sechste Baustein sind die Pflicht-Bestandteile: Impressum mit allen Pflichtangaben, Datenschutzerklärung. Mehr dazu in DSGVO auf der Webseite: Was 2026 wirklich Pflicht ist.
Was berufsrechtlich nicht geht
Erfolgsversprechen sind tabu. Sätze wie Wir gewinnen Ihren Fall sind nicht nur unseriös, sondern berufsrechtlich angreifbar. Vergleichende Werbung ist nur in engen Grenzen erlaubt. Mandatsspezifische Werbung ist verboten.
Die häufigsten Fehler
Webseiten, die fünfzehn Rechtsgebiete gleichberechtigt nebeneinander auflisten. Texte aus dem Vorlesungsskript. Webseiten ohne Fotos der handelnden Personen. Klischeebilder wie Justitia mit verbundenen Augen. Veraltete Datenschutzerklärung.
Was eine gute Kanzlei-Webseite kostet
Eine solide, gut gebaute Kanzlei-Webseite liegt zwischen 5.000 und 12.000 Euro. Für eine Einzelkanzlei reichen oft 5.000 bis 7.000 Euro. Eine größere Sozietit ländet eher bei 9.000 bis 12.000 Euro. Bei typischen Mandatshöhen reicht ein einziges zusätzliches Mandat pro Jahr, um die Webseite zu refinanzieren.
Wenn du über eine neue Kanzlei-Webseite nachdenkst
Eine Kanzlei-Webseite ist kein Designprojekt, sondern ein strategisches Werkzeug. Wer sich Zeit nimmt, sauber zu positionieren, hat schon den größten Teil der Arbeit getan. Schreib mir kurz über max-dreyer.com für ein ruhiges Erstgespräch.


